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Carl Barth (1787-1853)

Bedeutender deutscher Kupferstecher, Bildniskünstler, Kunstschriftsteller, Dichter Carl Barth wurde am 12. Oktober 1787 als Sohn eines Goldschmiedes geboren. Seine Familie siedelte zwei Jahre später in die Residenzstadt Hildburghausen um. Seine Kindheit und frühe Jugend schilderte Carl Barth später eindrucksvoll in dem autobiographischen Fragment "Federzeichnungen nach dem Leben". Sie war einerseits geprägt durch die mannigfaltigen Eindrücke, die ihm das rege geistig­kulturelle Leben der Residenz vermittelte, andererseits durch die schwere Lehrzeit in der Werkstatt seines Vaters. Einem glücklichen Umstand, der Förderung seines enormen künstlerischen Talents durch ein Mitglied des fürstlichen Hauses verdankte er seine Ausbildung an der berühmten Kupferstecherschule Gotthard von Müllers in Stuttgart und einen anschließenden Studienaufenthalt in Rom. Dort traf er mit dem Künstlerkreis der Nazarener um Peter Cornelius, Carl Fohr, Julius Schnorr von Carolsfeld und Johann Friedrich Overbeck zusammen und fand dort seinen künstle­rischen Stil. Aus dieser Zeit rührt die Freundschaft mit dem Dichter Friedrich Rückert, der selbst mehrfach in Hildburghausen bei Verwandten weilte. Diese Freundschaft währte bis zu Barths Tod. Aus ihr soll die Anrede "Mein lieber Freund und Kupferstecher" die der Dichter gebrauchte, in den deutschen Sprachschatz über­gegangen sein. Carl Barth war zugleich einer der bedeutendsten Kupferstecher des 19. Jh. als auch ein außerordentlicher Porträtmaler und -Stecher. Er lebte und arbei­tete zeitweise in Freiburg, Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt, kehrte aber jedoch nach 1830 in seine Heimatstadt Hildburghausen zurück, wo er hauptsächlich für das Bibliographische Institut von Joseph Meyer tätig war. Er schuf unzählige Porträts für Frontispizes, Stahlstichfolgen und Einzelblätter des Verlages. Sein Goethe-Bild­nis war in mehr als 60000 Exemplaren verbreitet. Dennoch hatte er nur ein äußerst bescheidenes Einkommen, da der Verleger Meyer bekanntermaßen nur wenig bezahlte. Zudem mußte Carl Barth seine beiden unverheirateten Schwestern ernäh­ren. Dies mag wohl auch der Grund dafür gewesen sein, daß er unverheiratet blieb. Carl Barth gehörte zu dem Personenkreis, der der kleinen ehemaligen Residenz Hildburghausen in der ersten Hälfte des 19. Jh. zu ihrem Ruf als "Klein-Weimar", zu ihrem bekanntermaßen günstigen geistig-kulturellen Klima verhalf. Er veröffent­lichte in Nonnes und Hohnbaums "Dorfzeitung" kleinere Geschichten, arbeitete an Meyers "Konversationslexikon" mit und entdeckte zusammen mit dem Gymnasialdi­rektor und Altertumsforscher Friedrich Sickler die Fährten urzeitlicher Tiere ("Chirotherium barthi") in den Heßberger Sandsteinbrüchen. Er übersetzte Longhis be­rühmtes Werk über die Kupferstecherkunst aus dem Italienischen ins Deutsche. Mit zunehmendem Alter litt er immer häufiger an schweren Depressionen. Er starb am 11.9.1853 an den Folgen eines Selbstmordversuchs auf einer Reise im Kasseler Krankenhaus.

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Drawn Carl Barth (1787-1853)

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