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Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Naturhistorische Sammlung [TLMH M 3375 a]

Lappenhopf-Federling (Männchen und Zweitlarve), Strichzeichnungen nach Mikropräparaten

Lappenhopf-Federling (Männchen und Zweitlarve) (Thüringer Landesmuseum Heidecksburg CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Thüringer Landesmuseum Heidecksburg (CC BY-NC-SA)

Description

Huiacola extinctus Mey, Federlinge (Philopteridae), natürliche Körpergröße: 1,13 mm (Zweitlarve) bis 2,59 mm (Imago = Erwachsene), Strichzeichnungen nach Mikropräparaten von Eberhard Mey, 1989
Entdeckt wurde diese Federlingsart von Dr. Bernd Nicolai im Museum Heineanum Halberstadt, als sie in ihrer Heimat, Neuseeland, wie ihr Wirt, der Lappenhopf (Heteralocha acutirostris), bereits nicht mehr lebend existierte. Von den fast 100 Jahre alten, in den Vogelbälgen als Mumien gut erhalten gebliebenen Schmarotzerinsekten wurden im Naturhistorischen Museum Rudolstadt (mit Sammelherkünften aus anderen deutschen Lappenhopfbälgen insgesamt 27) Dauerpräparate angefertigt. Die Untersuchung der auf 2,5 x 7,5 cm großen Glas-Objektträgern in Kanadabalsam eingebetteten Tierchen ergab, daß es sich um eine bis dahin unbekannte neue Gattung und Art handelt. Um dies zu belegen, entstanden unter dem Durchlichtmikroskop detailgetreue wissenschaftliche Strichzeichnungen, die sowohl die Rücken- als auch die Bauchseite des abgeplatteten Körpers zeigen. Die Abbildungen zeigen den Holotypus, das Männchen (von oben) das zweite Larvenstadium (von oben). Federlinge verbringen ihr individuell nur kurzes, zwei bis drei Monate währendes Leben ohne Außenphase auf ihren Wirten und haben dadurch in ihrer Evolution, die bis in die Kreidezeit (vor 80 Mill. Jahren) zurückreicht, eine hohe Wirtsspezifität ausgebildet. Wie in diesem Falle ist mit der Wirtsart auch dessen Parasitenart ausgestorben, und es ist damit eines von nur ca. sieben in den letzten 200 Jahren bekanntgewordenen derartigen Beispielen bei Tierläusen. [Eberhard Mey]

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[Last update: 2016/07/22]

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