museum-digitalthüringen

Schließen

Museen suchen

Schließen

Sammlungen suchen

Städtische Museen Jena, Stadtmuseum Sammlung Jenaer Stadtansichten [SMJ 23736]

Jena von Osten

Jena von Osten [Hellmann 1] (Städtische Museen Jena, Stadtmuseum CC BY-NC-SA)
Herkunft/Rechte: Städtische Museen Jena, Stadtmuseum (CC BY-NC-SA)

Beschreibung

Die 1571 von Johann Mellinger gefertigte Abbildung Jenas aus der Vogelperspektive ist die erste bekannte Ansicht der Stadt. Da Mellinger seit dem Jahr 1568 als Karthograph arbeitete und von 1569-1573 als Schulmeister in Jena wirkte, kann ein realistisches Stadtbild angenommen werden. Ein Beleg für diese Annnahme ist die Darstellung der Stadtkirche St.Michael, die sich im wesentlichen heute noch in ihrer damaligen Gestalt präsentiert. Die perspektivische Flächenverteilung des Stadtgebietes ist zuungunsten des westlichen Teiles erfolgt, dessen Gebäude dichter stehen. Im Vordergrund des Blattes fließt die Saale, die zwischen Camsdorf und der Landfeste in der Saalevorstadt von einem der "7 Wunder Jenas", der um 1480 erbauten Camsdorfer Brücke, überspannt wird. Daneben ist auf der Landfeste die 1534 aufgestellte Vogelstange zu sehen. Auf diesem Einblattdruck sind die öffentlichen Gebäude und Örtlichkeiten genau bezeichnet und geben Aufschluß über deren Lage und Aussehen. So das Schloß in der Nordost-Ecke vor dessen Umbau 1620, die Tore, Türme und Rondelle an der östlichen und südlichen Stadtmauer, die Collegienkirche, Rathaus und "Rathsmarstall" in der Nähe vom Löbdertor. Vor der nördlichen Stadtmauer der 1537 fertiggestellte Fürstenkeller und am rechten Bildrand das seit 1508 eingerichtete Jacobs-Spittel. Auf dem Haynberg (heute Friedensberg) steht der Galgen als Zeichen der hohen Gerichtsbarkeit der Stadt seit 1429, die ab 1480 auch auf die Fluren außerhalb der Stadt ausgedehnt wurde. Unterhalb des Galgens in der Löbdervorstadt ist die "Alte Druckerey" im ehemaligen Karmeliterkloster zu sehen, in der die Jenaer Luther-Ausgabe seit 1554 gedruckt wurde. Mellingers Blatt scheint schnelle Verbreitung über die Grenzen der Stadt hinaus gefunden zu haben, es wurde bereits ein Jahr später als Vorlage für Braun/Hogenbergs großes Städtewerk benutzt und prägte auf Jahrzehnte den Typus der Abbildungen für Jena in den erscheinenden Topographien. [Birgitt Hellmann]
bez. im Bildspiegel: "IENAE THVRINGIAE VRBIS CUM PROPTER MVSAS TVM VINETA CLARA ET CELEBRIS VERA DELINATIO, EDITAPER IOHANNEM MELLINGERVM ANNO M.D.LXXI."
o. l. in Rahmen Legende in 2 Spalten: "A Pfarrkirch / B Collegium / C Schloss / D Rathaus / E Particular Schul / F Hospithal / G Gottesacker / H Druckerey // I Rathsmarstall / K Kastenskornhaus / L Landfestung / M Furstenkeller / N Lobderthor / O Iohannisthor / P Saalthor, Q Leimgrube //1571", o. M. in Spruchband: "IENA", u. M. Monogramm: "IM"
Kat. Hellmann 1992, Nr. 1
weitere Literatur: Herbert Koch: Schulmann, Arzt und Karthograph Dr. Johann Mellinger - ein Beitrag zur thüringischen Kunstgeschichte, in: Das Thüringer Fähnlein 8(1939)p.227ff.
Günther Röblitz: Das Jenaer Schloß mit dem Himmelsglobus und die dazu 1661 herausgegebenen Gedenkmünzen, in: Geldgeschichtliche Nachrichten, H.139[Juli](1990)p.198ff.
Paul Weber: Das Jenaer Schloß, in: Jenaer Jahrbuch 1(1901)p.22ff.

Material/Technik

Kupferstich

Maße ...

17 x 29,5 cm

Hergestellt ...
... wer:
... wann

Literatur ...

Schlagworte

[Stand der Information: 20.04.2017]

Hinweise zur Nutzung und zum Zitieren

Zitieren
Die Text-Informationen dieser Seite sind für die nicht-kommerzielle Nutzung bei Angabe der Quelle frei verfügbar (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Als Quellenangabe nennen Sie bitte neben der Internet-Adresse unbedingt auch den Namen des Museums und den Namen der Textautorin bzw. des Textautors, soweit diese ausdrücklich angegeben sind. Die Rechte für die Abbildungen des Objektes werden unterhalb der großen Ansichten (die über ein Anklicken der kleineren Ansichten erreichbar werden) angezeigt. Sofern dort nichts anderes angegeben ist, gilt für die Nutzung das gerade Gesagte. Auch bei der Verwendung der Bild-Informationen sind unbedingt der Name des Museums und der Name des Fotografen bzw. der Fotografin zu nennen.
Jede Form der kommerziellen Nutzung von Text- oder Bildinformationen bedarf der Rücksprache mit dem Museum.